Meine Meinung

Konzert: Im Detail

Schon vor einigen Wochen hatten wir, Marv und ich, uns entschlossen, ins Palladium zu gehen, um In Extremo live zu sehen. Wir trafen uns am Sonntag schon gegen 13.15 Uhr, obwohl das Konzert erst um 19.30 Uhr beginnen sollte. Die Zeit, die wir noch hatten, wurde genutzt, um das neue Album "Kein Blick zurück" in Auszügen zu hören und über die Qualität der Coverversionen auf der zweiten CD zu fachsimpeln. Da ich im Gegensatz zu Marv - ich gebe es zu - kein Fanshirt besaß, habe ich mir kurzerhand selber eins designt. Weißes Shirt, das X vorne auf den Bauch, den Schriftzug und eine 10 auf den Rücken. Warum die 10? Weil die Band ihr zehnjähriges Jubiläum feiert. Nebenbei wurde MAdden 07 gezockt...81:6 gegen die OA. Muss keiner verstehen, ist ein Insider..das Problem war nur, wie wir das Bier an Marvs Mutter vorbeischleusen sollten. Im Endeffekt sah es so aus, das wir es neben der Haustür platzierten und es dann schnell greifen wollten. Dann der erste nicht eingeplante Faktor: Marvs Mutter verabschiedete uns an  der Haustür. Ich schwitze Blut und wasser, doch sie bemerkte die Flaschen nicht. Wir verliessen also das Haus, gingen los - der Schock: die Flaschen. Marv lief also zurück und wir hatten Glück: Seine Mutter hatte die Flaschen tatsächlich übersehen. Wir gingen also wieder los, Richtung Bahnhaltestelle. Als wir dort ankamen durften wir - wie das so ist - erstmal zehn Minuten auf die Bahn warten. Zur Einstimmung auf das Konzert wurde dann sofort der Original-"Mein Rasend Herz"-Met aus dem In Ex shop geköpft. Die Bahnfahrt verlief ohne besondere Ereignisse, der Biervorrat schmolz beständig. Schließlich, wir hatten den Wiener Platz erreicht und stiegen aus. Nun gab es ein Problem: Welche Richtung? Wir fragten eine Mutter mit drei Kindern. Diese schaute zwar skeptisch auf unsere Bierflaschen, wies uns aber freundlich den richtigen Weg. Doch es kam, wie es kommen musste: Wir wussten trotzdem nach kurzer Zeit nicht mehr, wohin. Doch wieder hatten wir Glück. Ein freundlicher Mitdreißiger, der auch auf dem Weg zum Konzert war lief uns über den Weg. Somit wussten wir also, welche Richtung die richtige war. Schnell bahnte sich aber ein anderes Problem an: Druck auf der Blase. Eine dichte Hecke war zu verlockend, als dass man hätte widerstehen können. Das Problem nur: Als ich gerade im Gange war, hielt ein Transporter neben mir und zwei Männer stiegen aus. Ich grüßte freundlich, ließ mich aber nicht stören. Nachdem die Gesachäfte erledigt waren, machten wir uns endgültig auf den Weg. Und nach kurzem Fußweg, um ca. 18.00Uhr fanden wir den Anschluss an die Warteschlange. "Nun gut," dachten wir, "witr stehen ja relativ weit vorne." Pustekuchen. Vor uns standen bestimmt 1000 Menschen und warteten. Durch das Bier wiederholte sich dann etwas unschönes: Blasendruck. Doch weit und breit nichts zu finden. Ein Securityman wies Marv auch daraufhin, das Toilette zwar schön sei, aber nicht hier. Zum Glück war ca. 200m hinter uns ein offener Parkplatz, den sich ausser uns auch noch einige andere auserwählt hatten. Zurück in der Schlange ging es dann auch bald los. Gegen 19.00 Uhr enterten Marv und ich das Palladium. Der erste Weg war natürlich der zum Bierstand. Sieben Euro für zwei Bier - na danke. Wir begaben uns sofort nach vorne und schafften es bis in die fünfte oder sechste Reihe. Neben der Vorfreude machte sich Langeweile breit. Wir warteten und warteten. Um ca. 20.00 Uhr, also eine halbe Stunde zu spät begann eine Band zu spielen. Da wir uns informiert hatten dachten wir, das sei Krieger, Entgegen unserer Erwartungen gefiel uns die Band ausgesprochen gut. Während sie spielte kamen wir in Kontakt mit zwei netten Sauerländern, ein Mann, eine Frau. Schließlich war die Vorband fertig. Wir waren uns immer noch unklar. War das Krieger? Fangen In Extremo jetzt an? Wie sich nach einer kurzen Pause herausstellte: Nein, das waren nicht Krieger, sondern eine lokale Band. Denn Krieger spielten jetzt. Sie waren auch gut, aber schlechter als die vorherige Combo. Nur ein Lied gefiel wirklich : "Heimat". Krieger waren nach ungefähr sechs Liedern fertig und mein Akku war schon im Reservebereich. Durchgängiges Headbangen war anstrengender als erwartet. Aber, und hier ein Dank: Ich hatte meine sauerländische Stütze. Will meinben, das ich mich in den kurzen Pausen auf unserer neuen Bekanntschaft abstützte. Sodenn warteten wir also, das In Extremo endlich das Spielen begännen. Und irgendwann, nach Jahren, wie uns schien, begannen sie dann auch. Nur Micha stand auf der Bühne und sang begleitet von einem Klavier, den "Spielmann". Ich, schon oben ohne, gröhlte natürlich mit als ging es um mein Leben. Während des Liedes fiel auch der Vorhang, und der Rest der Band setzte ein. Das nächste Highlight war für uns "Nur ihr allein", wobei die Grundmauern des Palladium zu zittern schienen, so laut wurde es. Leider bekomme ich die Reihenfolge chronologisch nicht mehr hin, aber andere Glanzlichter waren "Omnia Sol Temperat" oder "Horizont". Bei letzterem war allerdings die Enttäuschung groß, denn Dr. Pymonte spielte vorher auf der Harfe "Vollmond" an, so dass sich alle darauf freuten. Für LAcher sorgte auch Michas "Wir spielen jetzt Singapur.....äääh...ich hab mich vertan." Sehr gerührt schien die Band davon abgesehen beim "Spielmannsfluch" zu sein, als wir Kölner gar nicht aufhörten den Refrain zu wiederholen. Conny die Füchsin, die ihren Gastauftritt hatte, musste erst für Ruhe sorgen, was ihr nur schwer gelang. Insgesamt fügte sich das ehemalige Mitglied blendend ein, es war kein Leistungsunterschied zu bemerken. Bei "Erdbeermund" schienen meine Arme zu brechen, denn wir wurden von Micha dazu angehalten, sie die ganze Zeit hoch zu halten. Gegen Ende schließlich wurden noch einmal alle Kräfte mobilisiert, für "Liam" und den unvermeidlichen "Herr Mannelig", bei denen die Halle bebte wie wohl selten zuvor. Auch die geforderte zugabe erfüllte und übertraf die Erwartungen, denn "Poc Vezem", "Rotes Haar" und vor allem "Villeman og Magnhild" waren live besser als schon auf den Alben. "Villeman", das letzte Lied, schien nochmal alle Feuerreserven aufzubrauchen, denn die Flammen brannten unentwegt, und sogar das Schlagzeug vom Morgenstern begann zu brennen. Nach dem Konzert machten wir uns schleunigst auf dem Weg zu einem Kiosk, denn wir hatten einen Brand wie selten zuvor. Wasser und Apfelschorle halfen darüber hinweg. Ausserdem eine türkische Pizza, um die Kraftreserven wieder zu füllen. Auf der Rückfahrt durften wir fast eine halbe Stunde auf die Bahn warten, und lernten nebenbei eine Schwaben kennen, der auch beim Konzert war, und uns einige Lacher entlockte. Nicht wegen seiner Witze, wir lachten über ihn, weil er ein wenig verrückt schien. Schließlich kamen wir bei Marv zuhause an, und ich durfte von dort noch 5 Kilometer mit dem Fahrrad nach Hause fahren. Als ich zu Hause war fiel ich völlig entkräftet ins Bett. Aber es hat sich gelohnt, und ich würde es wieder tun.

1 Kommentar 11.12.06 14:03, kommentieren

Anfang / Konzert

Jetzt wäre es also auch bei mir soweit. Starting right now, a new weblog will make his appearance...der Auslöser dafür ist das gestrige In Extremo Konzert im Kölner Palladium. Mit einer regionalen Vorband und der Band "Krieger" als Anheizer, war schon vor dem eigentlichen Konzert der Akku halbleer. Als dann Micha, "Das letzte Einhorn" die Bühne betrat und nur vom Klavier begleitet "Spielmann" begann, kannte der Jubel keine Grenzen. Während des Konzertes gaben die sieben Thüringer so gut wie alle ihre besten Songs zum besten. Schade war nur, das "Vänner och Frände" genauso fehlte wie "Captus Est". Einer der emotionalsten Momente, als Conny die Füchsin, eines der Gründungsmitglieder, die Bühne betrat um zwei Songs mit der Band zu performen. Die Überraschung des Abends war sicherlich, das entgegen einiger Aussagen doch "Herr Mannelig" gespielt wurde. Auch Lieder wie "Rotes Haar", das eigentlich nicht zu meinen Favoriten gehört, erstrahlten live in neuem Glanz. Insgesamt ein rundum gelungener Abend, auch wenn jetzt leider die Schmerzen an den Abend erinnern. Trotzdem, ich empfehle jedem, sich noch Karten für die Tour zu besorgen, sofern es möglich ist.

1 Kommentar 11.12.06 12:53, kommentieren